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Grußworte

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Dorothea Volkmann

Pfarrerin der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Lutherstadt Wittenberg

Liebe Schwestern und Brüder,

im Namen des Gemeindekirchenrates der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Wittenberg begrüße ich Sie herzlich hier in der Stadt- und Pfarrkirche St. Marien, in Martin Luthers Predigtkirche. Wir freuen uns, dass Sie zu Beginn des Zukunftskongresses der EKD an diesen besonderen Ort gekommen sind.

Unsere Kirche ist gewissermaßen die Mutterkirche der Reformation. Von dieser Kirche ist der Geist der Reformation in die Welt ausgegangen. Hier hat Martin Luther mehr als zweitausend Mal gepredigt. Besonders bekannt sind seine so genannten Invokavit-Predigten, die er im Frühjahr 1522 gehalten hat. Er hat immer wieder auf den Grund zurückverwiesen, auf dem unser Glaube fußt. Sein Freund und Beichtvater, der Wittenberger Stadtpfarrer Johannes Bugenhagen, in dessen Haus gleich nebenan gerade ein geistliches Tagungs- und Begegnungszentrum entsteht, und sein Mitstreiter Philipp Melanchthon haben ihm darin zur Seite gestanden.

Von der Wurzel unseres Glaubens zeugt das Altarbild, das Luthers Freund, Lucas Cranach d. Ä., zusammen mit seinem Sohn, Lucas Cranach d. J., für diese Kirche geschaffen hat. Man sieht im unteren Teil Martin Luther auf der Kanzel stehen und auf den gekreuzigten Christus weisen. Es ist wie eine bildliche Darstellung des Bibelwortes, das über dem Altarbild steht: "Einen anderen Grund kann niemand  legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus" (1. Korinther  3,11).

Der Altar stellt uns vor Augen, was die evangelische Kirche trägt: Taufe, Abendmahl, Beichte und Predigt. Bis heute spricht das Altarbild auf seine Weise zu den Menschen, die in diese Kirche kommen zu Gottesdienst und Gebet, zu geistlichen Konzerten, als Pilger aus aller Welt.

Heute führt er Ihnen, den Teilnehmern dieses Zukunftskongresses, die Sie darüber nachdenken werden, was "Evangelisch im 21. Jahrhundert" heißt, die Wurzeln der Reformation vor Augen. Ich möchte Sie darin vergewissern, dass dieser Kongress vom Gebet vieler begleitet wird: aus unseren Gemeinden hier in Wittenberg und aus ganz Deutschland. Denn ganz in Luthers Sinn halten wir daran fest: "Wie ein Schuster einen Schuh macht und ein Schneider einen Rock, also soll ein Christ beten. Eines Christen Handwerk ist Beten."
Gott sei mit Ihnen!

Hinweis: Es gilt das gesprochene Wort

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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 15. Mai 2012 11:53