Bericht über die 5. Sitzung
Am Rande der 7. Tagung der 10. Synode der EKD in Bremen traf sich die Steuerungsgruppe am zur Fortführung des gemeinsamen Reformprozesses in der Evangelischen Kirche in Deutschland am 04. November 2008 zu ihrer fünften Sitzung. Im Mittelpunkt der Beratungen standen der Bericht über die Gründungsbeiräte der Kompetenz-Zentren zur Förderung von wichtigen Handlungsfeldern kirchlicher Arbeit und die Diskussion der konzeptionellen Vorüberlegungen für die Kompetenz-Zentren. Darüber hinaus waren verschiedene andere Themenschwerpunkte des gemeinsamen Reformprozesses Gegenstand der Sitzungen.
Bericht über EKD-weite Kompetenz-Zentren
Die konstituierenden Sitzungen der Gründungsbeiräte fanden für das "Zentrum Mission in der Region" am 27. Oktober 2008 in Kassel und für das "Zentrum für evangelische Predigtkultur" am 28. Oktober 2008 in Berlin statt.
In der Aussprache über die Aufgabenverteilung sprach sich die Steuerungsgruppe dafür aus, dass die beiden Gründungsbeiräte Konzeptionen für die Zentren erarbeiten; beim Rat verbleibt aber die Richtlinienkompetenz. Bei der Konzeptionsentwicklung solle ein Zielfoto entworfen werden, wie das Zentrum in 5 Jahren arbeiten, welche inhaltliche Arbeit dort geleistet und welche Ausstrahlung es haben soll. Die Vermittlung des Nutzens für die Zielgruppen sei von großer Bedeutung und solle daher nicht nur bei der Konzeption, sondern auch bei der Stellenbesetzung berücksichtig werden.
Die beiden Gründungsbeiräte sollen zudem mit dem Bewerbungs- und Auswahlverfahren betraut werden und dem Rat möglichst bald Vorschläge für die Besetzung der Leitungsposten unterbreiten. Das Verfahren sei transparent und partizipatorisch zu gestalten und bei der Besetzung der Stellen sei darauf zu achten, dass die Pluralität der verschiedenen Konzepte sowie Personen aus verschiedenen Landeskirchen berücksichtigt werden.
Für das Zentrum für evangelische Predigtkultur in Wittenberg soll die geschäftsführende Leitung beim Prälaten liegen; die inhaltliche Leitung sei Aufgabe des/r theologischen Leiters/in. Aufgrund dieser engen Verzahnung mit der Geschäftsstelle der EKD in Wittenberg dränge sich bis zum Abschluss der Umbauarbeiten des Schlosses eine Unterbringung des Zentrums im alten Rathaus auf.
In der Diskussion wurde weiter unterstrichen, dass Pfarrer/innen an herausgehobenen Pfarrstellen und mit besonderer Predigtbegabung die primäre Zielgruppe des Zentrums sein sollten ("Spitzenförderung") und dieses als Spezifikum des Zentrums herausgestellt und vermittelt werden solle.
Das Zentrum solle zudem eine breite und offene Diskussion über Merkmale einer guten Predigt initiieren, ohne, dass dies zu einer falschen "Kasuistik guter Predigt" führt.
Bericht von der gemeinsamen Reformationstagsfeier 2008 von EKD und EKBO in Berlin
Mit dem Bundespräsidenten als prominentesten Gottesdienstteilnehmer wurde ein Festgottesdienst zum Reformationstag im Berliner Dom gefeiert. Die Predigt hielt der Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde erstmalig die Martin-Luther-Medaille der Evangelischen Kirche in Deutschland für besondere Verdienste um den deutschen Protestantismus verliehen. Preisträger war der Theologe, Dichter und Autor Klaus-Peter Hertzsch, der vielen Menschen besonders durch das Lied "Vertraut den neuen Wegen" bekannt ist. Die Laudatio hielt die Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt. Beim anschließenden Empfang hatten die Besucher die Möglichkeit, einen Eindruck von der am Reformationstag freigeschalteten Internetplattform "Kirche im Aufbruch" zu bekommen.
Bericht vom Workshop "Führung & Leitung"
Das Thema "Leiten und Führen" wurde durch Rat und Kirchenkonferenz initiiert und durch einen Workshop zum Thema (17.-19. Oktober, Evang. Bildungsstätte auf Schwanenwerder) weiter implementiert. Eine Dokumentation des Workshops soll demnächst erscheinen. In der Aussprache wurde dafür plädiert, sich bei den nächsten Schritten in diesem Themenfeld auf das Machbare und die Maßnahmen, die Veränderungen bewirken, zu konzentrieren. Die Steuerungsgruppe möchte die begonnne Diskussion bei Ihrer nächsten Sitzung im Januar in den Mittelpunkt stellen und hierzu auch den Leiter der Führungsakademie für Kirche und Diakonie (FAKD), Prof. Dr. Udo Krolzig, einladen.
Zukunftswerkstatt "Kirche im Aufbruch"
In der Aussprache wurde eine Klärung darüber angeregt, wie die Zukunftswerkstatt nach innen und außen kommuniziert werden soll. Für diese Überlegungen sollen externe Profis miteinbezogen werden.
Weiterhin wurde in der Aussprache zur Frage des Charakters der für Freitagmorgen geplanten Andachten und Gottesdienste, die unter dem Motto "Kirche an anderen Orten" stehen, betont, dass sie gefeiert und nicht etwa "vorgeführt" bzw. "präsentiert" werden sollen. Bei der Suche nach geeigneten innovativen Gottesdienstformaten hierfür sei auf Formen zu achten, die sowohl der Tageszeit als auch den Verhältnisse vor Ort angemessen sind.
Die Gala Ausgezeichneter Ideen am Freitagabend soll nach dem Votum der Steuerungsgruppe im Festsaal des Kongress Palais Kassel gefeiert werden.
Bei der bisherigen Planung der Zukunftswerkstatt zeigte sich, dass für die Gala Ausgezeichneter Ideen - die zahlenmäßig größte Veranstaltung der Zukunftswerkstatt - im Festsaal maximal 1.450 Plätze zur Verfügung stehen. Damit alle gesetzten, benannten und berufenen Personen sowie Gäste der Gala dort Platz finden könnten, sprach sich die Steuerungsgruppe dafür aus, die Zahl der durch die Gliedkirchen zu benennenden Personen um 300 auf nun 900 zu reduzieren.
Weiteres
In der nächsten Sitzung der Steuerungsgruppe am 20. Januar 2009 soll die Genderthematik aufgegriffen und in ihrer Relevanz für den Reformprozess betrachtet werden.

