
Reformationstag der EKD in Eisenach
Martin-Luther-Medaille an Harald Bretschneider verliehen
Am Mittag des 31. Oktober 2011 wurde in der Georgenkirche in Eisenach die Martin-Luther-Medaille an den Theologen und bekannten Akteur der friedlichen Revolution in der DDR, Harald Bretschneider, verliehen. Die Verleihung vollzog der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, die Laudatio hielt der Bundesminister der Verteidigung, Thomas de Maiziére.
In seiner Würdigung Bretschneiders erinnerte Schneider an die Verdienste des damaligen Jugendpfarrers in den Jahren vor der friedlichen Revolution: "Heute wissen wir, dass die kirchliche Friedensbewegung in der DDR die Wende im Herbst 1989 wesentlich vorbereitet hat. Die Aufnäher mit dem Zitat aus Micha 4 ,Schwerter zu Pflugscharen' waren 1989 aus der Öffentlichkeit der DDR verdrängt worden. Doch der Geist dieser Friedensvision war weiter lebendig; es scheint, er hat im Herbst 1989 seine Wirkung erst voll entfaltet. Während die Staatsmacht sich den Demonstranten hoch bewaffnet entgegenstellte, riefen diese mit Kerzen in den Händen: ,Keine Gewalt'", so der Ratsvorsitzende. Auch dank der von Bretschneider inspirierten Bewegung sei die Revolution von 1989 eine "friedliche Revolution" geworden. Bretschneider, seine Familie und die vielen damals überwiegend jungen Menschen in den Kirchen der DDR, die zuweilen hartnäckig und auch gegen "Widerstände innerhalb der Kirchen" gehandelt haben, hätten gezeigt, "dass und wie" die Seligpreisung Jesu konkret gelebt werden könne: "Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen", so Schneider weiter. Der Verleihung der Martin Luther-Medaille, die nach 2008 zum vierten Mal verliehen wurde, war ein Festgottesdienst (Predigt: Landesbischöfin Ilse Junkermann) vorausgegangen.

